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Ratgeber

Siebenschläfer im Haus: Erkennen, Kot deuten, richtig handeln

Giebel eines älteren Wohnhauses mit Rollladenkasten und einem Nistkasten am Baum davor

Es beginnt fast immer im Mai. Über der Schlafzimmerdecke poltert es, etwas rennt, dann ein Quietschen, dann wieder Stille – und um zwei Uhr nachts geht es von vorne los. Die meisten Leute rufen mich an und sagen: „Wir haben einen Marder im Dach.“

Manchmal stimmt das. In den waldnahen Lagen unserer Region ist es aber mindestens genauso oft ein Siebenschläfer. Und das ist ein wichtiger Unterschied, denn beim Siebenschläfer entscheidet nicht nur die Methode, sondern auch der Zeitpunkt darüber, was überhaupt erlaubt ist.

Der zuverlässigste Hinweis: der Kalender

Bevor Sie über Geräusche oder Kot nachdenken, schauen Sie auf den Kalender. Der Siebenschläfer hält einen außergewöhnlich langen Winterschlaf – etwa von Ende September oder Oktober bis in den Mai hinein. Sieben Monate, daher der Name.

Das heißt: Wenn es im Winter über Monate völlig still ist und im Frühjahr schlagartig wieder losgeht, war es fast sicher ein Siebenschläfer. Ein Marder ist ganzjährig aktiv, auch bei Frost. Dieses saisonale Muster ist der beste Hinweis, den Sie ohne Fachwissen bekommen können.

Geräusche unterscheiden

  • Siebenschläfer: leicht, schnell, trippelnd. Dazu ein charakteristisches Quietschen, Fiepen und Meckern – die Tiere sind ausgesprochen gesprächig. Aktiv über Stunden, meist ab der Dämmerung bis tief in die Nacht.
  • Marder: schwerer, dumpfer. Poltern, Schleifen, gelegentliches Rumpeln, wenn er Beute oder Material transportiert. Kurze, heftige Phasen.
  • Waschbär: deutlich schwerer als beides. Es klingt, als würde jemand etwas Großes über den Dachboden ziehen.
  • Mäuse und Ratten: feines Trippeln und Nagen, meist entlang der Wände statt frei über die Fläche.

Siebenschläferkot richtig deuten

Danach wird oft gesucht, und der Kot ist tatsächlich ein guter Indikator – wenn man weiß, worauf man achtet.

Siebenschläferkot ist etwa fünf bis zehn Millimeter lang, dunkelbraun bis schwarz, länglich und meist an beiden Enden leicht zugespitzt. Er ähnelt Mäusekot, ist aber deutlich größer und kräftiger. Zur Einordnung:

  • Mäusekot: klein, drei bis sechs Millimeter, dünn wie ein Reiskorn.
  • Siebenschläferkot: größer, dicker, oft leicht gebogen.
  • Rattenkot: ein bis zwei Zentimeter, spindelförmig, stumpfer.
  • Marderkot: deutlich größer, gedreht und zugespitzt, oft mit erkennbaren Haaren, Federn oder Kirschkernen darin, und mit strengem Geruch.

Ein wichtiger Unterschied zum Waschbären: Siebenschläfer verteilen ihren Kot entlang der Laufwege. Waschbären legen feste Kotplätze, sogenannte Latrinen, immer an derselben Stelle an – und die sind aus gesundheitlichen Gründen ein Fall für Fachleute mit Schutzausrüstung.

Weitere Spuren, die für Siebenschläfer sprechen: angenagte Kabelisolierungen, zerrupfte Dämmwolle, Nagespuren an Holzverkleidungen und Reste von Nüssen, Obst oder Vogelfutter im Dachraum.

Was er anrichtet

Der Siebenschläfer überträgt keine typischen Krankheiten auf Menschen, und er ist auch nicht aggressiv. Zwei Dinge sind aber ernst zu nehmen.

Erstens die Kabelschäden. Siebenschläfer nagen wie alle Nagetiere, und im Dachstuhl trifft das regelmäßig Elektroleitungen. Angenagte Isolierungen sind ein Brandrisiko – das ist der Grund, warum ich bei jedem Verdacht rate, den Dachraum auch elektrisch prüfen zu lassen.

Zweitens der Schlafmangel. Das klingt banal, ist aber der häufigste Grund für den Anruf. Die Tiere sind über Stunden laut, und zwar genau dann, wenn Sie schlafen wollen. Wer das drei Wochen mitmacht, ist am Ende.

Dazu kommen zerrupfte Dämmung, Verschmutzung durch Kot und Urin und ein muffiger Geruch im Dachraum.

Der rechtliche Punkt, den Sie kennen müssen

Der Siebenschläfer ist ein Bilch und besonders geschützt. Konkret heißt das:

  • Er darf nicht gefangen werden.
  • Er darf nicht getötet werden.
  • Sein Lebensstätte darf nicht ohne Weiteres zerstört werden.

Erlaubt sind schonende Vergrämung und das anschließende Verschließen der Zugänge. Und hier kommt der entscheidende Teil, der in der Praxis am häufigsten falsch gemacht wird: Die Einstiege dürfen erst geschlossen werden, wenn sicher kein Tier mehr im Gebäude ist.

Das bedeutet: nicht während des Winterschlafs und nicht während der Jungenaufzucht. Wer im November zumauert, weil es gerade so schön ruhig ist, sperrt schlafende Tiere ein. Sie verenden im Dach, und dann haben Sie zum ursprünglichen Problem noch ein Geruchsproblem und einen Rechtsverstoß.

Hinweis: Diese Hinweise sind eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Zuständig für Auskünfte und etwaige Ausnahmen ist die untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises.

Was tatsächlich hilft

Vergrämen. Der Dachraum wird mit zulässigen Mitteln unattraktiv gemacht, sodass die Tiere ihn von selbst verlassen. Ohne Fallen, ohne Gift.

Einstiege finden. Das ist der aufwendigste Teil und der, an dem Laien scheitern. Siebenschläfer klettern hervorragend und zwängen sich durch überraschend schmale Spalten. Typische Zugänge sind offene Traufen, Lücken unter Ziegeln, ungesicherte Lüftungsöffnungen, Spalten an Ortgang und Giebel sowie Fassadenbegrünung, die bis ans Dach reicht.

Aussperren. Sind die Tiere draußen, werden die Einstiege dauerhaft und stabil verschlossen. Das ist der Teil, der über den nächsten Sommer entscheidet – Siebenschläfer sind sehr ortstreu und kommen zuverlässig zurück, solange ein Weg offen ist.

Kletterhilfen entschärfen. Überhängende Äste zurückschneiden, Efeu und dichte Fassadenbegrünung vom Dachrand fernhalten. Die Tiere springen erstaunlich weit.

Aufräumen. Kot, Nistmaterial und beschädigte Dämmung fachgerecht entfernen, angenagte Leitungen prüfen lassen.

Was nicht hilft

Ultraschallgeräte wirken nach meiner Erfahrung höchstens kurz – die Tiere gewöhnen sich daran und verlegen ihren Schlafplatz ein paar Meter weiter. Mottenkugeln, Duftmittel und Radios im Dachboden ebenso. Und Fallen sind schlicht verboten.

Was ebenfalls nicht funktioniert: nur vergrämen und die Löcher offen lassen. Dann ist im nächsten Mai alles wie vorher.

Der beste Zeitpunkt

Wenn Sie planen können: Der Spätsommer bis Frühherbst ist ideal. Die Jungen sind selbstständig, die Tiere sind noch aktiv und lassen sich vergrämen, und der Winterschlaf hat noch nicht begonnen. Danach lässt sich das Dach in Ruhe sichern.

Der schlechteste Zeitpunkt ist der Winter – da ist zwar Ruhe, aber genau dann darf nicht verschlossen werden.

Schädlingsschutz24 hilft schnell

Sie hören nachts etwas im Dach und wissen nicht, wer da oben sitzt? Rufen Sie an und beschreiben Sie das Geräusch und den Jahresverlauf – das grenzt es oft schon ein. Vor Ort bestimmen wir die Art anhand von Spuren und Kot, vergrämen schonend und sichern die Einstiege zum richtigen Zeitpunkt. Im Raum Tuttlingen und der ganzen Region sind wir für Sie da, von Spaichingen über Rottweil und Villingen-Schwenningen bis Schramberg, St. Georgen, Konstanz und Sigmaringen.

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